Wie ein KI-Score entsteht: Fünf Faktoren, ein Urteil
Ein einzelner Score von 0 bis 100 wirkt einfach — dahinter steckt ein mehrstufiger Prozess aus fünf Faktor-Analysen, einer Debatte mehrerer KI-Rollen und einer nachvollziehbaren Bull/Bear-These.
Eine Zahl zwischen 0 und 100, die sagt, wie attraktiv eine Aktie gerade ist: Das klingt bequem — und genau deshalb verdient es einen kritischen Blick. Dieser Artikel zeigt, wie der AURESICS KI-Score entsteht, was er kann und wo seine Grenzen liegen.
Fünf Faktoren statt einer Blackbox
Der Score verdichtet fünf getrennt berechnete Faktor-Analysen. Jede beantwortet eine andere Frage:
| Faktor | Leitfrage | Typische Signale |
|---|---|---|
| Technik | Wie ist die Kursstruktur? | Trend, gleitende Durchschnitte, Unterstützungen |
| Fundamental | Was ist das Unternehmen wert? | Bewertung, Verschuldung, Gewinnentwicklung |
| Sentiment | Wie ist die Stimmung? | Nachrichtenlage, Analystenrevisionen |
| Momentum | Wie ist die Dynamik? | Relative Stärke, RSI, Volumenbild |
| Risiko | Was kann schiefgehen? | Volatilität, Klumpenrisiken, Termin-Risiken |
Wichtig: Die Faktoren werden nicht einfach gemittelt. Ein exzellenter Fundamentalwert mit gebrochener Kursstruktur ist etwas anderes als ein mittelmäßiger Wert ohne Auffälligkeiten — auch wenn der Durchschnitt gleich wäre.
Die Debatte: Mehrere Rollen, eine Entscheidung
Statt einem einzelnen Modell arbeitet AURESICS mit einem Komitee aus KI-Rollen: Bulle, Bär, Risikomanager, Fundamentalanalyst und weitere. Jede Rolle argumentiert aus ihrer Perspektive, eine Entscheider-Rolle wägt die Argumente ab und formuliert das Urteil.
Das hat zwei Vorteile:
- Gegenpositionen sind eingebaut. Jede Kauf-These muss den Einwänden der Bären-Rolle standhalten, bevor sie in den Score einfließt.
- Das Ergebnis ist erklärbar. Zu jedem Score gibt es eine Bull- und eine Bear-These in Klartext — du siehst nicht nur was die KI meint, sondern warum.
Was der Score bedeutet — und was nicht
Der Score ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Garantie. Ein Wert von 75 heißt: In vergleichbaren Konstellationen entwickelte sich der Kurs in etwa drei von vier Fällen wie erwartet. Es heißt nicht, dass dieser eine Trade aufgeht.
Ein guter Score ersetzt keine Positionsgrößen-Disziplin. Er verschiebt Wahrscheinlichkeiten — mehr nicht, und das ist viel.
Deshalb veröffentlicht AURESICS seine Kalibrierung: den Abgleich, ob Ereignisse, denen das Modell 70 % Wahrscheinlichkeit gab, tatsächlich in rund 70 % der Fälle eintraten. Diese Auswertung findest du jederzeit im Track Record — inklusive der Fälle, in denen das Modell danebenlag.
Fazit
Ein einzelner Score ist nur dann seriös, wenn der Weg dorthin offenliegt: getrennte Faktoren, dokumentierte Gegenargumente, messbare Kalibrierung. Genau diese drei Dinge machen aus einer bequemen Zahl ein belastbares Werkzeug — als Ausgangspunkt für deine eigene Entscheidung, nicht als Ersatz dafür.