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MethodikKI2 Min. Lesezeit

Wie ein KI-Score entsteht: Fünf Faktoren, ein Urteil

Ein einzelner Score von 0 bis 100 wirkt einfach — dahinter steckt ein mehrstufiger Prozess aus fünf Faktor-Analysen, einer Debatte mehrerer KI-Rollen und einer nachvollziehbaren Bull/Bear-These.

Eine Zahl zwischen 0 und 100, die sagt, wie attraktiv eine Aktie gerade ist: Das klingt bequem — und genau deshalb verdient es einen kritischen Blick. Dieser Artikel zeigt, wie der AURESICS KI-Score entsteht, was er kann und wo seine Grenzen liegen.

Fünf Faktoren statt einer Blackbox

Der Score verdichtet fünf getrennt berechnete Faktor-Analysen. Jede beantwortet eine andere Frage:

Faktor Leitfrage Typische Signale
Technik Wie ist die Kursstruktur? Trend, gleitende Durchschnitte, Unterstützungen
Fundamental Was ist das Unternehmen wert? Bewertung, Verschuldung, Gewinnentwicklung
Sentiment Wie ist die Stimmung? Nachrichtenlage, Analystenrevisionen
Momentum Wie ist die Dynamik? Relative Stärke, RSI, Volumenbild
Risiko Was kann schiefgehen? Volatilität, Klumpenrisiken, Termin-Risiken

Wichtig: Die Faktoren werden nicht einfach gemittelt. Ein exzellenter Fundamentalwert mit gebrochener Kursstruktur ist etwas anderes als ein mittelmäßiger Wert ohne Auffälligkeiten — auch wenn der Durchschnitt gleich wäre.

Die Debatte: Mehrere Rollen, eine Entscheidung

Statt einem einzelnen Modell arbeitet AURESICS mit einem Komitee aus KI-Rollen: Bulle, Bär, Risikomanager, Fundamentalanalyst und weitere. Jede Rolle argumentiert aus ihrer Perspektive, eine Entscheider-Rolle wägt die Argumente ab und formuliert das Urteil.

Das hat zwei Vorteile:

  • Gegenpositionen sind eingebaut. Jede Kauf-These muss den Einwänden der Bären-Rolle standhalten, bevor sie in den Score einfließt.
  • Das Ergebnis ist erklärbar. Zu jedem Score gibt es eine Bull- und eine Bear-These in Klartext — du siehst nicht nur was die KI meint, sondern warum.

Was der Score bedeutet — und was nicht

Der Score ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Garantie. Ein Wert von 75 heißt: In vergleichbaren Konstellationen entwickelte sich der Kurs in etwa drei von vier Fällen wie erwartet. Es heißt nicht, dass dieser eine Trade aufgeht.

Ein guter Score ersetzt keine Positionsgrößen-Disziplin. Er verschiebt Wahrscheinlichkeiten — mehr nicht, und das ist viel.

Deshalb veröffentlicht AURESICS seine Kalibrierung: den Abgleich, ob Ereignisse, denen das Modell 70 % Wahrscheinlichkeit gab, tatsächlich in rund 70 % der Fälle eintraten. Diese Auswertung findest du jederzeit im Track Record — inklusive der Fälle, in denen das Modell danebenlag.

Fazit

Ein einzelner Score ist nur dann seriös, wenn der Weg dorthin offenliegt: getrennte Faktoren, dokumentierte Gegenargumente, messbare Kalibrierung. Genau diese drei Dinge machen aus einer bequemen Zahl ein belastbares Werkzeug — als Ausgangspunkt für deine eigene Entscheidung, nicht als Ersatz dafür.